Aktuelles von Charlys Hundefarm

 Eine Geschichte, wie man sie nur mit einem Kangal erleben kann, von "Dschimbali", einer Kangalhündin aus dem T-Wurf.

Geschrieben von ganz besonderen Menschen, die auch erkannt haben, dass es sich nicht um eine Amsel handelt.

Lieber Degenhart,

seit wir Dschimbali haben, pfeifen die Vögel sobald wir den Wald betreten. An einer Stelle, direkt am Waldrand, haben sie sogar im Winter gepfiffen. Ich hatte schon von Anfang an den Verdacht, dass sie nicht wegen mir, sondern wegen Dschimbali so ein Konzert veranstalten.
Letzte Nacht war es dann soweit. Dschimbali bog bei dem besagten Waldrand ein, Baghira und Murphy trotteten gleich hinterher. Das kam mir dann doch verdächtig vor, also machte ich mich auf um nachzuschauen. Plötzlich zwitscherte es vom Waldboden nach oben. Na sowas, da sass ein kleiner Piepmatz und verkündete lautstark, dass er aus dem Nest gefallen war. Was soll ein tierliebendes Herz da machen? Dschimbalis Augen sprachen eine nur all zu deutliche Sprache. So endete der Abend mit einer aufregenden Überraschung. Wir brauchten also einen Käfig. Für die Nacht setzten wir den kleinen Piepmatz, vermutlich eine Amsel, in einen Wäschekorb und legten ihn zum Schlafen in eine Kappe.
Am Morgen mit den Hunden raus, die Fliegenklatsche und die Schaufel dabei, um auch noch das benötigte Futter für das Vögelchen mitbringen zu können. Das Ergebnis war, dass ich bei diesem kalten Wetter nur eine Fliege finden konnte. Die flog mir übrigens in unserer Wohnung an der Nase vorbei, das war faktisch ihr Todesurteil. Fressen oder gefressen werden, dachte ich mir. Der Piepmatz war uns doch lieber. Leider ist das Wetter immer noch nicht besser geworden und die Fliegen lassen sich nicht blicken.
Wie war das wohl? Wussten die Vögel schon vor Monaten was im Frühling geschehen wird? Oder haben sie Kangals so gerne? Und was wird uns die Dschimbali noch alles zutragen? Also das hast du uns nicht gesagt, Degenhart! Das hat uns eine Klappleiter, die ich mit feinmaschigem Draht umwickeln musste, gekostet. Die Würmer und die Fliege waren zwar umsonst, aber trotzdem, wir machen uns Sorgen. Wir haben nicht unzählige Leitern und kilometerweise Maschendraht. Wenn das so weitergeht, musst Du uns ein paar Dutztend Fliegen schicken.

Gruss,
Nadine und Alex